Veränderungen im ökumenischen Kirchenladen „Kirche & Co.“
Pfarrerin Ulrike Hofmann und Nikola Beth wurden am 16. Dezember verabschiedet

Im ökumenischen Kirchenladen „Kirche & Co.“ wird es zum Jahresende 2019 Veränderungen geben. Die beiden hauptamtlichen evangelischen Mitarbeiterinnen, Pfarrerin Ulrike Hofmann und Sozialarbeiterin Nikola Beth wurden am 16. Dezember verabschiedet. Der Kirchenladen wird personell neu aufgestellt. Ab 1. Januar wird Gemeindepädagogin Maren Dettmers ihren Dienst hier beginnen. Für die katholische Kirche arbeitet Diakon Heinz Lenhart mit einem Stundenkontingent am gleichen Ort. Die rund 20 ehrenamtlich Mitarbeitenden stehen Besucherinnen und Besuchern des Kirchenladens auch weiterhin zur Verfügung. Es werden noch neue Ehrenamtliche gesucht.

Von Anfang an, seit März 1999, war Nikola Beth bei Kirche & Co. tätig, zunächst in der Helia-Passage und seit der Eröffnung des Offenen Hauses 2005 am Standort in der Rheinstraße 31. Pfarrerin Ulrike Hofmann übernahm 2012 die evangelische Pfarrstelle im Kirchenladen. Diese hauptamtliche gesamtkirchliche Stelle fällt zum Jahresende laut Beschluss der EKHN im Rahmen von Kürzungsmaßnahmen weg. Daraufhin wurden die Arbeit und die personelle Ausstattung des ökumenischen Kirchenladens neu konzipiert. Die hauptamtliche Stelle des katholischen Bistums ist seit dem Weggang von Pastoralreferentin Eva Reuter im Mai dieses Jahres noch nicht wieder besetzt worden.   

Pfarrerin Ulrike Hofmann schätzte an ihrer Tätigkeit im Kirchenladen besonders die Gespräche mit Menschen in Krisen wie Trauer oder Umbruch sowie mit Glaubensfragen. „Es war gut, Menschen zu begleiten und darin zu unterstützen, eigene Lösungswege und Perspektiven zu finden“, sagt die Neunundfünfzigjährige. Ein Geschenk sei es für sie gewesen, wenn Menschen unterschiedlichsten Alters ihr Offenheit und Vertrauen entgegengebracht hätten und gestärkt wieder gegangen seien. Gern hat sie auch Angebote außerhalb des Ladens gestaltet wie den Karfreitagsspaziergang auf der Rosenhöhe oder Performances mit dem Theater Transit in der Innenstadt. „Hier gab es viele gute Gespräche und Aha-Erlebnisse“, sagt Ulrike Hofmann. Dabei sei ihr immer wichtig gewesen, „die Menschen so anzunehmen, wie sie sind“. Dies sei eine Grundhaltung im Kirchenladen, die Zeugnis gebe von der Liebe Gottes. Der Kirchenladen organisiert zudem seit 15 Jahren den ökumenischen Gospelgottesdienst auf der Bühne beim Schlossgrabenfest zusammen mit den Dekanaten.

Freude bereitet haben Ulrike Hofmann auch Projekte wie der Gottesdienst für Wohnungslose mit dem Diakonischen Werk oder der Valentinsgottesdienst mit der katholischen Gemeinde St. Elisabeth. Wichtig sei, dass Kirche & Co. kirchliche Angebote ergänzend zu den Gemeinden schaffe. Guten Zuspruch hat auch die offene Trauergruppe im Kirchenladen. Als Kirche in der Stadt präsent sein, eine offene Tür für Menschen zu Begegnung und Gespräch über Gott und die Welt haben, soll nach Ulrike Hofmann auch weiterhin Anliegen des Kirchenladens sein. Wiedereintrittsstelle bleibt der Kirchenladen ebenfalls.

Nikola Beth nimmt „als Schatz die vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen“ mit, ob sie eine Grußkarte kaufen wollten oder um ein Seelsorgegespräch baten. „Durch die Besucher und Besucherinnen des Ladens, aber auch durch die Ehrenamtlichen habe ich gelernt, was das Leben und den Glauben ausmacht“, sagt die Fünfzigjährige. Ein weiteres Highlight, das sie in guter Erinnerung behalten werde, seien die diakonischen Sammlungen des Kirchenladens für Wohnungslose, Strafgefangene oder Schulanfänger aus bedürftigen Familien. „Es ist einfach schön zu erleben, wie man mit relativ einfachen Mitteln dazu beitragen kann, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenzubringen“, so Nikola Beth. Sie wünscht sich, dass „der Geist des Kirchenladens erhalten bleibt und auch weiterhin Menschen mit verschiedensten Anliegen kommen können“. Vermissen wird sie die Begegnungen mit Besucherinnen und Besuchern des Kirchenladens sowie die gute Zusammenarbeit mit den Haupt- und Ehrenamtlichen.  

Obwohl die von außen vorgegebenen personellen Veränderungen den Verein belasten, bleibt dessen Vorsitzender, Pfr. i.R. Siegmund Krieger, optimistisch. „Auch wenn wir die beiden leider ziehen lassen müssen: Wir haben Ideen, wir haben Menschen und wir haben die Rückendeckung des evangelischen wie des katholischen Dekanats. So bleibt Kirche & Co auch weiterhin der ‚Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt‘“, so Siegmund Krieger. „Ich danke Nikola Beth und Ulrike Hofmann für ihren engagierten und den Menschen zugewandten Dienst und die Impulse, die sie im Kirchenladen gesetzt haben“, sagt Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse.

Nikola Beth und Ulrike Hofmann wurden am 16. Dezember in einem Gottesdienst im Offenen Haus, Rheinstraße 31, durch Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse verabschiedet.

Rebecca Keller

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